Probeseite Leseverstehen (LV 2)

Neues aus der Schlafforschung

Frauen wissen am Morgen häufiger als Männer, was sie in der Nacht geträumt haben. Dies ermittelte der Schlafforscher Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim bei verschiedenen Untersuchungen mit männlichen und weiblichen Testpersonen. Die Teilnehmer schätzten anhand einer siebenstufigen Skala ein, wie oft sie sich in den vergangenen Monaten an ihre Träume erinnert hatten. Die Skala reichte von "fast jeden morgen" bis "gar nicht". Nach dieser Einteilung zeigte sich, dass Frauen ein größeres Erinnerungsvermögen für Träume haben als Männer.

Wie sich herausstellte, war der Unterschied in der Erinnerungsleistung bei Männern und Frauen allerdings abhängig vom Jahrgang: Junge Frauen konnten sich deutlich häufiger an ihre nächtlichen Abenteuer erinnern als junge Männer. Bei älteren Menschen, die sich allgemein seltener an Träume erinnerten, war der Unterschied zwischen der männlichen und der weiblichen Gedächtnisleistung nicht mehr so groß. Unter den Testpersonen zwischen 55 und 93 Jahren hatten die Frauen nicht mehr Träume im Gedächtnis behalten als Männer. Nach Meinung des Wissenschaftlers ist dies auf einen Wandel zurückzuführen. Die Einstellung zum Thema Traum habe sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Dies könne dazu führen, dass junge Menschen, vor allem junge Frauen, ihren Träumen heute mehr Aufmerksamkeit schenken als ihre Eltern und Großeltern dies taten.

Dass Menschen, die sich nur schlecht an ihre Träume erinnern, tatsächlich weniger träumen, glauben die Wissenschaftler nicht. Die Schlafforschung geht davon aus, dass jeder Mensch in jeder Nacht Träume hat. Trotzdem gibt es bei der Fähigkeit, sich an Träume zu erinnern, große individuelle Unterschiede. Während manche Menschen sich fast jeden Morgen an einen Traum erinnern, wachen andere Personen seit Jahren ohne Erinnerung an ihre Träume auf. Diese individuellen Unterschiede sind über die Zeit ziemlich stabil. Wer sich heute präzise an seine Träume erinnert, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in einigen Monaten tun. Die Traum-Erinnerung ist also eine relativ konstante Eigenschaft der Persönlichkeit.

Nach: "Frauen erinnern sich öfter an ihre Träume" von Thomas Saum-Aldehoff in. Frankfurter Rundschau, Mensch - Technik - Umwelt vom 11. Juni 2002, S. 19.

1. Die Fähigkeit, sich an Träume zu erinnern, ist
A) vom Geschlecht abhängig.
B) vom Geschlecht unabhängig.
C) von der Zahl der Träume abhängig.

2. Alte Menschen
A) können seltener sagen, wovon sie geträumt haben.
B) merken sich Träume besser als junge Menschen.
C) träumen oft von Dingen, die vor langer Zeit passiert sind.

3. Der Forscher denkt, dass
A) viele Menschen früher weniger geträumt haben als heute.
B) viele Menschen heute anders träumen als vor 50 Jahren.
C) viele Menschen heute ihre Träume mehr beachten als früher.

4. Menschen, die wissen, was sie geträumt haben,
A) haben vermutlich mehr Fantasie als andere.
B) schlafen vermutlich tiefer als andere.
C) träumen vermutlich genauso viel wie andere.

Lösungen zeigen
richtige Lösungen: 1A, 2A, 3C, 4C

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